BAADER: was bleibt

Frigitte Hodenhorst Mundschenk_3 - Foto Hartmut Beil

Popstar BAADER – Foto: Hartmut Beil

Das Leben von „Matthias“ BAADER Holst ist mehr als ein Stück Zeitgeschichte. Es ist eine zeitlose Erzählung über den unbedingten Willen zu künstlerischer Selbstverwirklichung und individueller Freiheit, gleich, unter welchen Umständen man sie auslebt.

Darüber hinaus wirkt auch seine Kunst heute wieder sehr modern. Vielleicht ist sie sogar aktueller denn je, obwohl sie sich sehr auf das von ihm verabscheute ‚Sinnregime‘ DDR bezogen hat.

Der Film, der hilft, BAADER bis heute lebendig zu halten, heißt „Briefe an die Jugend des Jahres 2017“ – in Anspielung auf ein kleines Denkmal, das in der Nähe der ehemaligen Säurefabrik des Bitterfelder Chemiekombinates steht. Es wurde 1977 von der FDJ-Grundorganisation des Chemiekombinates errichtet und eine darin eingemauerte Kassette mit Briefen an die Jugend des Jahres 2017 bestückt – am 07. November, zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution, sollten diese Briefe wieder hervorgeholt werden. Heute sind die Tafel und auch die Kapsel mit den Briefen aber lange verschwunden, wurden Opfer von Metalldieben oder Vandalen. Eine bittere Pointe, die auch Raum zur Spekulation lässt: Statt Revolutionsjubiläum also die Frage, was gibt uns BAADER, dessen Name dank des Films nun so unauslöschbar mit der Jugend des Jahres 2017 verbunden ist, heute eigentlich noch? Was lernen wir aus seiner Geschichte? Und: Gibt es vielleicht sogar so etwas wie „die Nachfahren“ BAADERs?

In einem Interview mit dem Musiker Timm Völker, dessen Kunst stark von BAADERS Texten beeinflusst wurde und der mit ihnen auch bereits Theaterinszenierungen erarbeitet hat, soll es um diese Fragen gehen. Und darum, ob es wichtig ist, Feinde zu haben. >>

BAADERs Nähe zur Popkultur spinnt die Rezension zum letztjährig erschienenen Sampler Keine Bewegung weiter, immer auf der Suche nach den „Erben BAADERs“. >>